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Der Beckenboden während der Schwangerschaft, Geburt und Rückbildung

Während der Schwangerschaft wird ein Beckenbodentraining empfohlen, damit Frau das Beckenboden- und Körperbewusstsein schulen kann. Die Frauen sollten motiviert werden, einen Geburtsvorbereitungskurs mit Integration des Beckenbodens zu besuchen. Dank des erlernten Fachwissens und der Körperschulung wird die Geburt erwiesenermaßen erleichtert. Spätestens in der Schwangerschaft soll die Frau ein Gefühl dafür entwickeln, wie sich ein entspannter Beckenboden anfühlt. Wenn es Frau gut geht, darf sie (eventuell nach ärztlicher Abklärung) die sportlichen Aktivitäten weiterführen, die sie vor der Schwangerschaft bereits ausgeübt hat. Die Trainingsintensität sollte sie der jeweiligen Schwangerschaftsphase anpassen. Dabei gilt, grob gesagt, ein Belastungsintensität von maximal 70 % im Vergleich zur Intensität von vor der Schwangerschaft als ideal. Auf einige Sportarten wie beispielsweise Ballsport sollte gänzlich verzichtet werden.

Die Geburt ist die Olympiade für den Beckenboden!

Enorme physiologische Veränderungen durch hormonelle Einflüsse finden im Verlauf der Schwangerschaft statt. Die körperliche Belastung ist im letzten Drittel der Schwangerschaft auch für den Beckenboden besonders hoch: Er trägt und hält nun 2 Lebewesen. Die Geburt selber stellt für den Beckenboden eine Ausnahmesituation dar: das System, welches primär auf Halten und Verschließen ausgerichtet ist, muss kurzfristig extremen Durchlass gewähren. Dafür wird auch er auf die Geburt vorbereitet, indem Hormone ihn weicher, dehnfähiger aber damit auch weniger stark machen. Die Geburt kann zu einer Traumatisierung des Beckenbodens führen, kleine Mikrorisse aber auch grösser Dammrisse können die Beckenbodenmuskulatur verletzen.

Die Rückbildung des BB beginnt direkt nach der Geburt. Hier kann die junge Mutter schon beginnen, mit rückstromfördernden Beinkreisen, tiefer Bauchatmung und leichtem «Anticken» des Beckenbodens die Wundheilung zu fördern. Auch das beckenbodenschonende Verhalten im Alltag sollte von Anfang an geübt und automatisiert werden. Im Vordergrund stehen besonders im Wochenbett das Schonen und Entlasten des Beckenbodens.

Wir raten allen jungen Müttern zu einem Rückbildungskurs mit Schwerpunkt Beckenboden, den sie frühestens 6-8 Wochen nach der Geburt beginnen sollten. Alle Beckenbodenübungen, die sie kennt, darf Frau machen – mit langsam steigender Intensität. Ein abwechslungsreiches, funktionelles Übungsprogramm in verschiedenen Ausgangsstellungen mit der integrierten Atmung motiviert, die persönliche Fitness wieder zu erlangen. Ebenso gehören Dehnübungen ins Programm.

Es ist wichtig, den Beckenboden nicht zu überfordern und sich nicht zu früh nach der Geburt zu ambitionierte, sportliche Ziele zu stecken:  Die individuelle Situation ist in jedem Fall zu berücksichtigen, wozu Wundheilung, Art der Geburt (Kaiserschnitt oder Spontangeburt), Milchfluss, Hämorrhoiden, Überforderung, Geschwisterkinder und persönliche Erwartungen zählen.

Viele Frauen wünschen sich nach der Geburt möglichst rasch wieder einen flachen Bauch und beginnen früh, zu früh mit einem intensiven Bauchmuskeltraining- zu Lasten des noch schwachen Beckenbodens.

Übertriebene und unzweckmässige Rückbildungsgymnastik kann zu Beckenbodenproblemen wie beispielsweise Senkungen oder Inkontinenzen – auch noch Jahre nach der Geburt – führen.

Zusammenfassung: Körperarbeit ist Teil der Rückbildung

  • Sensibilisieren
  • Erklären
  • Reaktivieren
  • Wahrnehmen
  • Trainieren

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