Der Beckenboden während der Schwangerschaft, Geburt und Rückbildung

Der Beckenboden während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft wird ein Beckenbodentraining empfohlen, damit Frau das Beckenboden- und Körperbewusstschein schulen kann. Die Frauen sollten motiviert werden, einen Geburtsvorbereitungskurs zu besuchen – mit Hilfe des erlernten Fachwissens und Körperschulung wird die Geburt erwiesenermassen erleichtert. Frau darf (nach ärztlicher Abklärung) in den ersten Monaten ihre sportlichen Aktivitäten weitermachen, die sie vor der Schwangerschaft bereits ausgeübt hat. Der Verzicht auf Ball-Sportarten ist empfehlenswert.

Bitte beachten: Beckenbodentraining kann manchmal Wehen auslösen!

Der Beckenboden während der Geburt

Die Geburt ist die Olympiade für den Beckenboden!

Enorme physiologische Veränderungen durch hormonelle Einflüsse finden im Verlauf der Schwangerschaft statt. Besonders hoch wird die körperliche Belastung im letzten Drittel der Schwangerschaft, speziell durch die erhöhte Druckbelastung auf die Strukturen des Beckenausgangs. Die Geburt stellt für den Beckenboden eine Ausnahmesituation dar: das System, welches primär auf Halten und Verschliessen ausgerichtet ist, muss kurzfristig extremen Durchlass gewähren. Das kann zu einer Traumatisierung des Beckenbodens führen, kleine Mikrorisse sind die Folge. 

Der Beckenboden während der Rückbildung

Wann darf/soll mit dem Beckenbodentraining/Rückbildungsgymnastik begonnen werden? Empfehlung frühestens 6-8 Wochen nach der Geburt. Ein eher späterer Beginn (nach ca. 3 Monaten) ist ratsam, weil teilweise Wahrnehmungsstörungen auftreten können. Die individuelle Situation ist in jedem Fall zu berücksichtigen: die Wundheilung, Art der Geburt (Kaiserschnitt oder Spontangeburt), Milchfluss, Hämorrhoiden, Überforderung, Geschwisterkinder und persönliche Erwartungen. Die Frau braucht in der ersten Zeit viel Ruhe, Schlaf und Baby schmusen…. erst nach einigen Tagen sind die Frauen bereit die ersten Übungen zu machen. Bauchatmung, Beckenbodenpflege, Fussarbeit und Alltagsschulung sind dann Pflicht.

Alle Beckenbodenübungen darf Frau machen, die sie kennt, mit langsam steigender Intensität. Ein abwechslungsreiches, funktionelles Übungsprogramm in verschiedenen Ausgangsstellungen mit der integrierten Atmung motiviert. Ebenso gehören Dehnübungen ins Programm.

Viele Frauen wünschen sich nach der Geburt möglichst rasch wieder einen flachen Bauch und beginnen früh, zu früh mit einem intensiven Bauchmuskeltraining. Der Beckenboden ist durch die starke Dehnung während des Geburtsvorganges meist noch nicht kräftig genug, dem Druck aus dem Bauchraum gegenzuhalten. So kann unzweckmässige Rückbildungsgymnastik zu einer Senkung der noch weichen, leicht vergrößerten Gebärmutter nach hinten und unten führen. 

Zusammenfassung: Körperarbeit ist Teil der Rückbildung

  • Sensibilisieren
  • Erklären
  • Reaktivieren
  • Wahrnehmen
  • Trainieren

 
 
 
 

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